Im Dialog für mehr soziales Miteinander

Veröffentlicht am 20.12.2025 in Aktuelles

Im Gespräch für soziales Miteinander.

SPD startet im Wahlkreis 63 Balingen offiziell in den Wahlkampf

 

Die SPD im Wahlkreis 63 Balingen ist offiziell in ihren Wahlkampf gestartet. Zum Auftakt gab es eine Diskussionsrunde im „Domiziel“. Diese stand unter dem Titel: „Sozial. Stark. Zollernalb. Im Dialog für mehr Miteinander.“

Das „Domiziel“ ist ein Sozialkaufhaus für Wohngegenstände wie Möbel, Haushaltsgeräte oder Geschirr. Gute Stücke, die andere nicht mehr benötigen, finden hier neue Besitzer – und das zu einem minimalen Preis. Zudem werden gut erhaltene Dinge gerettet – ein clever durchdachtes Konzept, dass sozial und nachhaltig arbeitet sowie dabei unterstützt, Müllberge zu verkleinern. Hinter dem Sozialkaufhaus steht ein eingetragener Verein. An dessen Spitze: Nathalie Hahn, Peter Blechmann und Lina Notter.

SPD-Landtagskandidatin Katja Weiger-Schick und Zweitkandidat Dominik Ochs, gemeinsam Kreisvorsitzende der SPD Zollernalb, kamen vor kurzem ins Gespräch mit Nathalie Hahn (Gründerin und erster Vorstand „Domiziel" Sozialkaufhaus Zollernalb), Peter Nagel (stellvertretender Vorsitzender des Kinderschutzbundes, Orts- und Kreisverband Balingen) und Erich Laub (Beisitzer des Kinderschutzbundes, Orts- und Kreisverband Balingen). Das „Domiziel“ als Veranstaltungsort war von allen Verantwortlichen bewusst gewählt worden, betonte Katja Weiger-Schick: „Das Team weiß genau, welche Sorgen die Menschen im Zollernalbkreis haben. Ein klassischer Veranstaltungssaal erschien uns für diese Veranstaltung nicht angemessen.“

Sie dankte allen eingeladenen Akteurinnen und Akteuren für ihre unermüdliche Arbeit. Zudem betonte sie die enge Verbindung zu „Domiziel“ und dem Kinderschutzbund durch ihre Arbeit im Ankunftszentrum Ukraine Meßstetten: „Mit beiden Institutionen habe ich gerne und vertrauensvoll zusammengearbeitet. Wir haben immer gute Lösungen für die Menschen gefunden.“

 

Gemeinsam warfen die Gesprächsteilnehmer und -teilnehmerinnen mit Moderator Dominik Ochs das Licht auf soziale Projekte im Zollernalbkreis. Ochs führte geschickt durch die Diskussion, brachte Positionen zusammen und hakte aufmerksam nach. Dabei ging es zum einen um die finanzielle und planerische Zukunft. Zum anderen standen die Menschen im Mittelpunkt, die diese Projekte besuchen und die Angebote nutzen. Über allem stand dabei die Frage: Wie sieht Armut im Zollernalbkreis aus? Wie leiden die Kinder unter Armut? Und was richtet die MitarbeiterInnen auf, wenn sie die Sorgen der Menschen mit nach Hause nehmen?

 

Es war ein intensives, eindringliches Gespräch. Es ging darum, wo und wie sehr Armut – auch im Zollernalbkreis – schambehaftet ist. Wie schwierig es ist, diesen Kreis zu durchbrechen, wenn Familien nicht wissen, wie sie ihr Leben weiter finanziell bestreiten sollten. Man Post am liebsten nicht mehr öffnen will, weil man neue Rechnungen befürchtet. Warum Kinder in hohem Maße leiden, wenn das Geld für einen Schulausflug oder für einen Kindergeburtstag nicht da ist. „Hier fehlt dann schlicht die Teilhabe“, konstatierte Katja Weiger-Schick. Eines lag vor allem Nathalie Hahn am Herzen: Sie wünschte sich mehr langfristige Planungssicherheit, die für die Arbeit im „Domiziel“ – und auch für andere Organisationen – unabdingbar notwendig sei. Wichtig sei es, darin waren sich alle einig, dass die bürokratischen Hürden im Land generell weniger werden müssten, da Prozesse häufig zu lange dauerten. Oft würden Menschen nicht nachhaltig und effektiv mitgenommen, das Ehrenamt stehe vielerorts mit dem Rücken zur Wand. Peter Nagel und Erich Laub indes brachten wertvolle Perspektiven aus Sicht der Kinder und ihre Familien ein. Beide ermunterten die Familien, die vielfältigen Angebote für sie im Zollernalbkreis anzunehmen.

Nach dem Gespräch gab es eine Führung durch das „Domiziel", an der die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gerne teilnahmen. Dieses ist in der unteren Halle der Frommerner Firma Möbel Erhard untergebracht.