SPD Kreisverband Zollernalb

 

Jusos informieren sich über Jugendsozialarbeit

Veröffentlicht in Pressemitteilungen


Anil Dacic, Sanel Dacic, Juso Kreisvorsitzender Bernd Majer, Streetworkerin Nadine Hempke, Umut Akin

Die Balinger Streetworkerin Nadine Hempke hat die Jusos Zollernalb bei ihrer vergangenen Kreissitzung am Dienstag, 23. Oktober im Jugendhaus Insel in Balingen besucht, um mit den Nachwuchs-SPDlern über das Thema Jugendsozialarbeit, die aktuelle Situation in der Stadt und die Erfolgsaussichten ihrer Arbeit zu sprechen.

Artikel im Zollern-Alb-Kurier Artikel im Schwarzwälder Boten

Nadine Hempke kommt ursprünglich aus Berlin und hat dort im bekannten Problemviertel Kreuzberg bereits Jugendarbeit geleistet“, klärte Kreisvorsitzender Bernd Majer die anwesenden Jusos über den beruflichen Hintergrund der Streetworkerin auf. Balingen könne sich glücklich schätzen, eine so erfahrene Streetworkerin im Team zu haben. Hempke stellte ihre Arbeit vor und berichtete über die aktuelle Situation der Jugendlichen in Balingen. Vor allem abends sei sie unterwegs, um mit den Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die sich zum Beispiel an der Eyach und in der Fußgängerzone treffen, ins Gespräch zu kommen. Sie biete sich an, als Vertraute und Unterstützerin. „Wenn die Jugendlichen Probleme haben mit Gewalt in der Familie, Glücksspiel, Alkohol oder mit sonstigen Dingen, möchte ich für sie da sein“, erklärt die Streetworkerin ihre Motivation. Im Prinzip sei es ganz einfach: Abends in der Stadt gehe sie auf die Gruppen zu, spreche die Jugendlichen an und stelle sich vor. „Damit mich die Jungs und Mädels kennen und wissen, dass sie sich an mich wenden können“. Auf die Frage, ob das nicht gefährlich sei, antwortet die Streetworkerin: „Eigentlich nicht, aber ich verlasse mich da ganz auf mein Bauchgefühl. Ich beobachte die Gruppen meist erst ein bisschen aus der Entfernung und versuche die Lage einzuschätzen. Wenn ich ein ungutes Gefühl habe gehe ich auch nicht hin.“ Das sei aber sehr selten. Auch das Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen, das vor allem auf Landespolitischer Ebene heiß diskutiert wurde, war ein Thema. „Ein solches Vorgehen ist doch Unsinn“, meint AG-Vorsitzender der Balinger Jusos, Sanel Dacic, und bekam von der Streetworkerin Recht. Solche Maßnahmen führen, laut Hempke, meist zu einer reinen Verlagerung des Problems.
Das Schwierige an der mobilen Jugendarbeit, wie sie von Nadine Hempke gemacht wird, ist, dass es keine schnellen, messbaren Erfolge gibt. Damit ist es für die Verantwortlichen häufig schwer, die Ausgaben für solche Maßnahmen zu rechtfertigen. Aber solche Dinge bräuchten Zeit und seien daher als langfristiges Mittel anzusehen, erklärte Hempke den Jusos. Es sei sehr wichtig den Jugendlichen mehrere Anlaufstationen zu bieten. Sie bräuchten neben dem Jugendhaus Insel Ausweichmöglichkeiten, um Streitereien aus dem Weg zu gehen. Deshalb freue sie sich über das Angebot der Baptisten, deren ehrenamtliche Helfer jeden Samstag die Türen der Baptistengemeinde für die Jugendlichen öffnen. Dort bekommen die Jugendlichen etwas zu essen und gerade in der kalten Jahreszeit einen Platz im Warmen, an dem sie sich treffen können. Selbst an Feiertagen. „Das ist wirklich ein lobenswertes Angebot der Baptistengemeinde. Die Stadt sollte so etwas unterstützen und den Ehrenamtlichen Hilfe zur Seite stellen. Öffentliche Gelder sind in zwei vollen Streetworkerstellen wesentlich besser angelegt, als in einer Videoüberwachungsanlage im Parkhaus“, stellt Bernd Majer klar. Nadine Hempke stellte den Jusos auch ihr neustes Projekt vor: Mitternachtssport. Einen Freitag im Monat soll die Kreissporthalle von 20 bis 24 Uhr für Jugendliche und junge Erwachsene geöffnet sein, um miteinander Sport zu machen. Hempke möchte möglichst viele Balinger Vereine mit ins Boot holen. Keine Frage, auch die Jusos werden sich an diesem Angebot gerne beteiligen.

 

Abgeordnete

Martin Rosemann MdB (Tübingen-Hechingen)

 

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