Gebetsraum
Ein gleichberechtigter Dialog ist die Grundlage für ein erfolgreiches Zusammenleben von Kulturen und Religionen. Den ersten Schritt zu einem solchen Dialog machten die Jusos Albstadt zusammen mit der Ebinger Moslemgemeinde bei einem Besuch der Bilal-i Habeschi Moschee in Ebingen.
Dieser Besuch wurde auf Wunsch der Albstädter Jusos von der SPD-Stadträtin Marianne Roth initiiert, die zusammen mit ihrem Mann Jürgen Roth ebenfalls vor Ort war und sich an den Gesprächen beteiligte. Den Jusos war es zunächst vor allem wichtig, möglichst viel über den muslimischen Glauben im Allgemeinen und auch die Ebinger Gemeinde im speziellen zu erfahren.
Der Verein „Muslimgemeinde e. V.“ besteht seit den späten 70ger Jahren. Den Unterhalt und die Renovierung ihrer Räumlichkeiten finanziert sie über die Beiträge ihrer Mitglieder, deren Zahl bei etwa 60 Personen liegt.
Ein Problem, das die Ebinger Gemeinde mit anderen muslimischen Verbänden gemein hat, ist der Mangel an ausgebildeten muslimischen Geistlichen. Gelegentlich schickt der Dachverband ihres Vereins Geistliche aus der Türkei, allerdings haben diese nur ein Touristenvisum und bleiben kaum zwei Monate. „Bei Kindern, die bereits ihr ganzes Leben in Deutschland verbracht haben, kommt es hier zum Teil auch zu Verständigungsproblemen.“ erklärt Ömer Aydeniz.
Auf Fragen der Jusos reagierte die Vertreter der muslimischen Gemeinde offen und aufgeschlossen, so dass auch schwierige Gesprächsthemen angesprochen wurden. Was etwa empfinden sie als gläubige Muslime angesichts von Gewalttaten und Repressionen, die im Namen des Islam begangen werden?
Özgür Turgut erklärt seine Ansicht: „Grundsätzlich bin ich gegen jede Form von Gewalt! Ich setze auf Dialog. Und Dialog muss auf gleicher Augenhöhe stattfinden. Das heißt Gleichberechtigung in jeder Lebenslage. Doch die Realität sieht anders aus. Ich möchte nicht, dass wir aneinander vorbeileben, ich möchte den Dialog!“
Auch die Gebetsräume wurden den Jusos gezeigt. Ömer Aydeniz erklärte dazu wie der Gottesdienst verläuft und welche Rituale dabei durchgeführt werden. Außer dem Gebetsraum der Männer gibt es einen für die Frauen der Gemeinde, außerdem Unterrichtsräume, in denen die Kinder Koranunterricht erhalten.
Nach der Besichtigung fanden sich die Teilnehmer des Begegnungsnachmittags im Aufenthaltsraum der Moschee ein. Hier hatten die Gastgeber ein großzügiges Büffet mit türkischen Speisen aufgebaut. Während und nach dem Essen entwickelte sich noch eine Vielzahl von Gesprächen über die unterschiedlichsten Themen.
Die Jusos bedankten sich bei den Gastgebern mit einem großen Obstgeschenk für den Dialog und die ausführliche Beantwortung der Fragen.
Von der Muslimischen Moscheegemeinde erhielt jeder der Gäste neben einer Rose auch eine deutsche Übersetzung des Korans und beide Gruppen nahmen sich vor dass sie weiterhin im Gespräch bleiben wollen.