Leserbrief zur Talgangbahn

Veröffentlicht am 28.01.2012 in Pressemitteilungen

Der Vorsitzender in Albstadt, Hendrik Dahlhoff, hat für die Jusos Albstadt einen Leserbrief zur Diskussion über die Reaktivierung der Talgangbahn zwischen Ebingen und Onstmettingen geschrieben.

Sinnvoll ausbauen – bitte nicht sinnlos verprassen

In der aktuellen und angebrachten Debatte um die Reaktivierung der Talgangbahn geistern gerade wirre Zahlen durch die Gegend. Von rund 35-40 Millionen Euro für den Wiederaufbau der 8 Kilometer Schienenstrecke von Ebingen nach Onstmettingen wird gesprochen. Ist das Geld in eine alte, marode und eingleisige Schienenstrecke gut investiert? Ist die Linienführung für unsere heutigen Verhältnisse wirklich so gut gelegen? Für uns Jusos ist klar, dass man mit dem Geld – zumindest welche die Stadt in das Projekt stecken müsste – an anderen Stellen viel besser aufgehoben wäre. Einen guten Anfang kann man im unterfinanzierten städtischen Busverkehr machen: Ausbau der Linien und Taktzeiten, denn hier gibt es noch viel zu tun. Investitionen in neue, moderne Niederflur- und Gelenkbusse um für die Bevölkerung ein attraktives Angebot schaffen. Auf neue Erschließungen oder Änderungen im Stadtbild kann man mit einem Bus flexibel und günstig reagieren. Der Schienenverkehr bietet hier wenn überhaupt nur sehr stark begrenzte Möglichkeiten. Gerade im Eyachtal sehen wir noch enormen Verbesserungsbedarf im
Busverkehr. Bereits im Talgang sehen wir die bestehende Buslinie 44 deutlich attraktiver als einepotentielle „Triebel“ Reaktivierung. Die Nähe zu den Stadtkernen. Die Verbindungen zu abgelegenen Stadtteilen. Das alles sind die immensen Vorteile, die nicht zu unterschätzen sind und durch die Talgangbahn auch nicht automatisch einzufüllen sind. Festhalten an der Nostalgie der „guten, alten Zeit“ ist in unserer aktuellen Lage nicht angebracht und verantwortungslos, sondern tragfähige, zukunftsfähige und bezahlbare Ansätze für unsere regionale und städtische Verkehrspolitik sind einzufordern. Es gilt verkehrliche Prioritäten zu setzen. Albstadt ist gerade in einer schwierigen Lage, wir müssen aufpassen die Stadtkasse nicht durch weitere unnötige Protzprojekte zu überfordern und damit dem Trend der sinkenden Einwohnerzahlen zu begegnen. Der moderne Bürger wünscht sich eine Abwechslung aus Kultur, sozialen Angeboten, einem sicheren Arbeitsplatz und einer guten verkehrlichen Anbindung.
Letzteres sehen wir mit dem politischen Einsatz für die Zollernbahn und dem Ausbau des Albstadtbus gegeben.

Hendrik Dahlhoff
Vorsitzender Juso-AG Albstadt
und der gesamte Vorstand

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