Die Jusos Zollernalb unterstützen den Antrag P4 "Die Jusos öffnen - kulturellle Anschlussfähigkeit zurückgewinnen".
Zollernalb Vorsitzender Bernd Majer, Zollernalb stellvertretender Vorsitzender Manuel Schmoll und AG Albstadt Vorsitzender Hendrik Dahlhoff möchten die Wichtigkeit dieses Antrags nochmals besonders in den Vordergrund stellen. Jusos öffenen muss sein!
Antrag mit Zeilenangabe des Originals:
Die Jusos öffnen – kulturelle Anschlussfähigkeit
1 zurückgewinnen
2 Antrag zur Bundeskonferenz der Jusos
3 Antragsteller: UB Köln, UB , LV
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6 Die Juso-Bundeskonferenz möge beschließen:
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8 Nirgendwo hat die SPD bei der Bundestagswahl 2009 stärker an Zustimmung eingebüßt als bei
9 den jungen Wählern: Laut Infratest Dimap haben nur 18% der zwischen 18-24 jährigen und 17%
10 der 25-34 jährigen WählerInnen uns SozialdemokratInnen ihre Stimme gegeben. Dies ist ein
11 zugleich desaströses und schockierendes Ergebnis, welches insbesondere uns Jusos als Jugend12
organisation unserer Partei zu denken geben muss. Die Betrauung des Juso-Bundesverbands mit
13 der alleinigen Verantwortung für den Jugendwahlkampf hat sich offensichtlich nicht ausgezahlt. Es
14 gilt nun, die Gründe für dieses Versagen zu diskutieren und hieraus Konsequenzen zu ziehen.
15 Trotz insgesamt mehrheitsfähiger Inhalte der Mutterpartei (Bürgerversicherung, Mindestlöhne,
16 Abschaffung Studiengebühren etc.) ist es unserer Jugendwahlkampfführung nicht gelungen, junge
17 Menschen von der Wahl der SPD zu überzeugen. Wir müssen uns die Frage stellen, warum der
18 Juso-Bundesverband zunehmend seine kulturelle Anschlussfähigkeit an die junge Generation
19 verliert. Wir interpretieren dieses Ergebnis wie folgt:
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21 1) Die Jusos bilden die junge Generation nur unzureichend ab. Schon heute besteht der
22 überwiegende Teil der JungsozialistInnen und Jungen SozialdemokratInnen fast aus23
schließlich aus Studierenden, was in vielen Fällen zu einer pseudo-akademischen
24 Diskussionskultur führt, die für Azubis und junge ArbeitnehmerInnen unattraktiv ist. Eine
25 stärkere Einbeziehung von Nicht-Studierenden würde jedoch einen Beitrag zu einer
26 besseren „Erdung“ der vielfach abgehobenen und übertheoretischen Diskussionen inner27
halb des Verbandes führen.
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29 2) Die Strategie der Bundesjusos, sich primär am äußeren Rand des linkskonservativen
30 politischen Spektrums gemeinsam mit der Linkspartei zu positionieren ist nicht erfolgreich.
31 Wir Jusos sollten uns deshalb in Zukunft verstärkt darum bemühen, junge Menschen dort
32 abzuholen wo sie stehen und ihnen mit offenen Strukturen zu begegnen. Dazu gehören
33 ergebnisorientierte Diskussionen, Schulungen und Arbeitskreise, aber auch Freizeit34
angebote. Vor allem aber muss jede politische Meinung innerhalb der Sozialdemokratie
35 gehört und nicht von vornherein abgelehnt werden, weil sie nicht revolutionär genug ist. Die
36 große Mehrheit der jungen Menschen hat heute einfach keine Lust mehr auf Marx-
37 Lesezirkel und Endlosdebatten über die Frage, ob es eigentlich „okay“ ist, wenn man sich
38 über ein Tor der deutschen Nationalmannschaft freut. Solange die Jusos sich diesen links
39 eingestellten jungen Menschen weiterhin verschließen, wird eine notwendige Öffnung und
40 Integration der unter 35-jährigen nicht gelingen.
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42 3) Die Jusos vertreten linke Politik oftmals dogmatisch, mittelfixiert und opportunistisch. Es
43 trägt nicht zum Vertrauensgewinn bei, wenn die Jusos innerhalb der SPD für Personen und
44 Parteiprogramme stimmen, dann aber in den Verband ihrer Kritik und Skepsis freien Lauf
45 lassen. Wir Jusos müssen stärker dem Eindruck entgegentreten, dass der Verband ein
46 Sprungbrett karriereorientierter Jungfunktionäre ist, die an der einen Stelle links blinken um
47 dann an anderer Stelle rechts abzubiegen. Wir Jusos müssen unseren Anspruch auf
48 pragmatische, d.h. tatsächlich umsetzbare und ernstgemeinte Politik, neu bekräftigen.
49 Hierfür müssen wir wieder stärker bereit sein, über eine sich verändernde Gesellschaft und
50 Ökonomie zu diskutieren und geeignete Wege zur Verwirklichung von Freiheit,
51 Gerechtigkeit und Solidarität zu finden. Anstatt wie bisher auf Deutungsmuster und
52 Instrumentarien der 80er Jahre zurückzufallen, sollten wir Jusos fortschrittliche linke
53 Antworten auf die Probleme unserer Zeit finden.